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Liquidität

Corona-Krise: So optimieren Sie Ihre Zahlungsfähigkeit

Tobias Kluth Tobias Kluth

Auch vor dem Hintergrund, dass die Schwierigkeiten einer verlässlichen Prognose in der aktuellen Situation schon für einen kurzfristigen Zeitraum mitunter unüberwindbar erscheinen, liegt der Fokus vieler Unternehmen derzeit auf der Erarbeitung und Umsetzung kurzfristiger Steuerungsmaßnahmen, um schnell Liquidität zu sichern und zu schaffen. Zwar werden hier hoffentlich auch die beschlossenen Maßnahmen des Bundes und der Länder  helfen, Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen durch öffentliche Bürgschaften abzusichern. Gleichwohl dürfte der - wenn auch vergleichsweise geringe, aber weiterhin notwendige - Eigenengagement-Anteil der (Haus-)Banken dazu führen, dass die aktuell extrem hohe Unsicherheit Entscheidungsprozesse verlangsamt bzw. sehr kurzfristig Engpässe zunächst vom Unternehmen selbst zu überbrücken sind. (Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag zu den Finanzierungshilfen) Auch Eigenoptimierung von Kunden, Stützungsbedarfe von Lieferanten oder fehlende Abnahmen dürften schnell über ein höheres Working Capital zu einem höheren Finanzierungsbedarf führen.

Working Capital ist guter Ansatzpunkt

Das unternehmenseigene Working Capital bietet hier – neben einer dezidierten und objektivierten Analyse der Kostenbasis – einen guten Ansatzpunkt, um schnell, unabhängig und effizient Liquiditätspotenziale freizusetzen. Das bedeutet: Überprüfen Sie den eigenen Vorratsbestand auf unnötigen Ballast oder „alte Schätze“, verfolgen Sie Bestandsmengen genau, um unnötige Bestellungen oder Produktionsmengen zu vermeiden, koordinieren Sie verstärkt Einkauf, Planung und Vertrieb und schaffen Sie ein erhöhtes Krisenbewusstsein im Unternehmen. Auf Lieferantenseite bietet es sich an, im Kreditorenmanagement Vorauszahlungen und Frühzahlungen noch einmal kritisch zu hinterfragen und bezogen auf die Wichtigkeit einzelner Lieferanten zu würdigen. Auf Kundenseite lässt sich abseits rechtzeitiger und frühestmöglich zulässiger Rechnungstellung kaum absehen, welche eigenen Maßnahmen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen helfen können. Aufgrund der für alle Parteien unerwartet und unverschuldet eingetretenen Corona-Krise dürfte es hier vielmehr auf eine partnerschaftlich abgestimmte und konstruktive Zusammenarbeit mit Blick auf die Zukunft ankommen. Wichtig ist unseres Erachtens - bei allen Maßnahmen - Notfallpläne oder Betriebs- bzw. Lieferantenkettenunterbrechungen in der taktischen Unternehmenssteuerung nicht aus dem Blick zu verlieren.

Klar ist: Der „Shutdown“ führt zu erheblichen finanziellen Engpässen und damit zu einem rasch notwendigen Handlungsbedarf. Neben den Angeboten der Politik und Banken bestehen theoretisch eine Vielzahl an Instrumenten für eine kurzfristige Working Capital Finanzierung (Kontokorrent, Factoring, Reverse Factoring, Borrowing Base-Kredite und andere) als ein Baustein zur Deckung des strukturellen Finanzierungsbedarfs des Unternehmens. Da der Zugang zu diesen externen Lösungen kurzfristig schwierig sein dürfte, sollten derzeit vorrangig interne Spielräume ausgenutzt werden.

Praxishinweis

Gerne unterstützen wir Sie bei diesen Herausforderungen und zeigen nicht nur kurzfristige „Quick Wins“ auf. Auch wenn sich Ihre Liquiditätssicherung um Themen wie Krisenbewältigungsfonds, Kurzarbeit, Steuerstundungen oder rechtliche Fragestellungen rund um Vertragsverhältnisse dreht: Wir haben die passenden Experten, um Sie umfassend und aus allen Perspektiven beraten zu können. Mittelfristig wird es dann spannend sein zu sehen, ob die Corona-Krise zu einer Neuordnung der Lieferketten im Sinne einer stärkeren Lokalisierung führt und lineare Geschäftsmodelle verstärkt hinterfragt werden.

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