BFH-Urteil: Einbringungsgewinn I nach Erbfall: Besteuerung beim Erblasser
Veräußert der unentgeltliche Rechtsnachfolger erhaltene Anteile innerhalb der siebenjährigen Sperrfrist, entsteht rückwirkend ein Einbringungsgewinn I (§ 22 Abs. 1 Satz 1 UmwStG). Wem dieser Gewinn zuzurechnen ist, war umstritten, weil § 22 Abs. 6 UmwStG den Rechtsnachfolger als Einbringenden fingiert. Der X. Senat des BFH hat jetzt entschieden: Der Gewinn ist dem ursprünglich Einbringenden zuzurechnen. Eine Stiftung als Erbin versteuert ihn daher nicht mit Körperschaftsteuer, sondern als Gesamtrechtsnachfolgerin zum Einkommensteuertarif der Erblasserin. Den insoweit eindeutigen Wortlaut reduziert der BFH teleologisch (BFH v. 22.09.2026 – X R 8/24).