Rechnungslegung & Reporting

IFRS 18: Was Unternehmen jetzt zur Umsetzung wissen müssen

Von: Dr. Jens Brune, Andrea Stoiber-Harant, Tobias Roth

Übersicht

IFRS 18 verändert die Darstellung der finanziellen Performance – und damit auch die Anforderungen an Reporting, Prozesse und Systeme. Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, welche Anpassungen erforderlich sind.

Mit IFRS 18 „Presentation and Disclosure in Financial Statements“ führt das International Accounting Standards Board neue Vorgaben für die Darstellung von Finanzabschlüssen ein.

Das Ziel: Finanzberichte vergleichbarer machen und die Gewinn- und Verlustrechnung klarer strukturieren.

INHALTE

Was ändert sich durch IFRS 18?

Eine zentrale Änderung betrifft die Gewinn- und Verlustrechnung. Erträge und Aufwendungen werden künftig den Kategorien operating, investing und financing zugeordnet. Ergänzend sind zwei neue Zwischensummen auszuweisen: das operating profit or loss sowie das profit or loss before financing and income taxes. Außerdem führt IFRS 18 neue Grundsätze für die Zusammenfassung und Aufgliederung von Informationen ein.

MPMs: mehr Transparenz bei Kennzahlen des Managements

Viele Unternehmen verwenden Kennzahlen wie Adjusted EBITDA oder Core Earnings in ihrer externen Kommunikation. IFRS 18 bezeichnet bestimmte derartige Kennzahlen als Management-Defined Performance Measures (MPMs).

Als MPM gilt eine Zwischensumme aus Erträgen und Aufwendungen, die ein Unternehmen außerhalb des Abschlusses in öffentlichen Mitteilungen verwendet, um die Sicht des Managements auf einen Aspekt der finanziellen Performance des Unternehmens als Ganzes zu vermitteln – und die nicht bereits durch IFRS vorgegeben ist.

Für MPMs sind künftig zusätzliche Angaben im Anhang erforderlich. Dazu gehört eine Überleitung zur am ehesten vergleichbaren IFRS-Zwischensumme oder -Gesamtsumme. Unternehmen sollten daher erfassen, welche Kennzahlen sie extern kommunizieren, wie diese berechnet werden und welche Daten und Verantwortlichkeiten dahinterstehen.

Welche Auswirkungen hat IFRS 18 auf Prozesse und Systeme?

Die Wirkung der Änderungen reicht über die Abschlussdarstellung hinaus. Neue Kategorien und Zwischensummen, genauere Anforderungen an die Aufgliederung sowie zusätzliche Anhangangaben können Anpassungen bei Datenflüssen, Reporting-Prozessen und ERP-Systemen erforderlich machen.

Die Bestandsaufnahme sollte anhand der folgenden vier Fragen vorgenommen werden:

  • Welche Erträge und Aufwendungen müssen künftig neu zugeordnet oder detaillierter dargestellt werden?
  • Welche MPMs verwendet das Unternehmen in öffentlichen Mitteilungen?
    Sind die nach IFRS 18 benötigten Daten vollständig, verfügbar und nachvollziehbar?
  • Welche Anpassungen sind an Systemen, Kontierungslogik und Abschlussprozessen erforderlich?

Ab wann gilt IFRS 18?

Der Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2027 beginnen. Die Anwendung erfolgt rückwirkend. Bei Unternehmen mit kalendergleichem Geschäftsjahr muss daher auch die Vergleichsperiode 2026 nach IFRS 18 dargestellt und erläutert werden.

Die Vorbereitung sollte entsprechend vor dem Erstanwendungsjahr beginnen. Die Analyse, um Auswirkungen auf Kennzahlen, Daten, Prozesse und Systeme zu identifizieren und notwendige Änderungen zu organisieren, sollte nun priorisiert werden.

IFRS18-Umsetzung jetzt priorisieren

IFRS 18 betrifft Unternehmen, die ihre Abschlüsse nach IFRS erstellen. Wie umfangreich die Umstellung ausfällt, hängt unter anderem von der bisherigen Gliederung, den verwendeten MPMs und der vorhandenen Systemlandschaft ab.

Wir bieten die Unterstützung bei der Einordnung der Auswirkungen von IFRS 18 und bei der Umsetzung – von der Analyse des Handlungsbedarfs bis zur Begleitung ausgewählter Projektschritte.

Sie möchten wissen, was IFRS 18 für Ihr Unternehmen bedeutet? Sprechen Sie mit unserem IFRS-Advisory Team.