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Mobiles Arbeiten im Ausland

Steuerliche Fallstricke und Best Practice

Marco Schader Marco Schader

COVID-19 hat die Welt weiterhin fest im Griff, aber auch nach Ende der Pandemie ist eines klar: das Virus hat unser Leben und auch das Arbeitsleben nachhaltig verändert. Dies betrifft auch die Akzeptanz des mobilen Arbeitens, das für viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zur Normalität geworden. Das „New Normal“ Arbeitsmodell wird es Beschäftigten auch in Zukunft ermöglichen flexibel zu arbeiten. Doch welche Folgen hat eine Tätigkeit im Homeoffice im Ausland für den deutschen Arbeitgeber?

Mitarbeitende, die grenzüberschreitend arbeiten, laufen Gefahr, für ihren Arbeitgeber eine Betriebsstätte im Ausland zu begründen, sei es durch eine feste Geschäftseinrichtung, durch die Tätigkeit als ständiger Vertreter oder sogar durch die Verlagerung des Orts der Geschäftsleitung in ein anderes Land. Letzteres ist insbesondere deshalb problematisch, weil das Unternehmen dann in den meisten Fällen unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig im Ausland wird. Die Folge der Betriebsstättenbegründung im Ausland ist aber in jedem Fall eine zumindest beschränkte Körperschaftsteuerpflicht in dem betreffenden Staat und die damit einhergehende Notwendigkeit, bestimmte Compliance Anforderungen erfüllen zu müssen. Darüber hinaus kann es durch die ausländische Betriebsstätte im Ausland zu einer Entstrickung von inländischen Wirtschaftsgütern kommen, was zu einer Besteuerung von deren stillen Reserven führen kann. In jedem Fall ist eine länderspezifische Betrachtung mit Beachtung des eventuell geschlossenen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) erforderlich, da viele Länder den Begriff der Betriebsstätte individuell auslegen.

Auch stellt sich die Frage, ob der inländische Arbeitgeber Lohnsteuer für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Ausland einbehalten muss. Entsteht durch die Homeoffice-Tätigkeit im Ausland eine Betriebsstätte, so könnte der inländische Arbeitgeber nach ausländischem Recht verpflichtet sein, die Lohnsteuer für seine Beschäftigten vom ersten Tag an in dem betreffenden Staat einzubehalten. Gleiches gilt auch für den Fall, dass kein DBA mit dem ausländischen Staat besteht. Sofern ein derartiges Abkommen existiert und keine Betriebsstätte im Ausland entsteht, kann auch bei einem Aufenthalt von über 183 Tagen im Ausland eine dortige Steuerpflicht begründet werden. Über welchen Zeitraum diese 183 Tage bemessen werden, richtet sich nach dem jeweiligen DBA. Gegebenenfalls können im Ausland aber auch steuerliche Meldepflichten entstehen, obwohl der Mitarbeitende dort gar nicht steuerpflichtig wird (beispielsweise Nullmeldungen in Spanien).

Nicht nur im Rahmen des Steuerrechts, sondern ebenso im Sozialversicherungsrecht stellt sich die Frage, welche Auswirkungen das Homeoffice im Ausland haben kann. In der EU, dem EWR sowie in  der Schweiz besteht aufgrund der EU-Verordnung 883/04 wohl nur ein geringes sozialversicherungsrechtliches Risiko. Allerdings besteht in den Drittländern die Gefahr der Doppelerhebung von Sozialversicherungsbeiträgen.

Umsetzung in der Praxis

Viele Unternehmen stellen sich nun die Frage, wie kann man den Beschäftigten die mobile Tätigkeit im Ausland auf der einen Seite erlauben, aber auf der anderen Seite die Erfüllung der Compliance sicherstellen? Um die Ressourcen der Personal- beziehungsweise der Steuerabteilung zu schonen, bieten sich IT-gestützte Lösungen an. Zwei Lösungen möchten wir Ihnen in unserem nächsten Webinar am 19. April 2022 vorführen: zum einen das Grant Thornton Tool „Smart Work Manager“ für die „Workation“ Fälle und zum anderen die Lösung „Secure Travel“ von unserem Kooperationspartner Pracmatax.

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