Healthcare aktuell

Compliance-Management im Krankenhaus

Nur ein systematischer Ansatz führt zum Erfolg. Ob Sie ein Compliance Management System neu einführen oder ein bestehendes optimieren wollen. Wir zeigen auf, worauf es dabei ankommt.
Contents

Kaum ein Bereich steht derzeit so im Fokus der Öffentlichkeit wie die medizinische Versorgung. Eine komplexe Gemengelage aus Corona-Pandemie, Fachkräftemangel und demographischem Wandel führt zu einer Vielzahl von Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, um den Ansprüchen von Patienten, Mitarbeitenden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Gleichzeitig nimmt die Regulierung stetig zu und die Compliance im eigentlichen Sinne – die Befolgung von internen Vorgaben und die Einhaltung von Recht und Gesetz – wird in der täglichen Arbeit somit immer wichtiger.

Eine fokussierte und strukturierte Herangehensweise, wie sie durch ein Compliance Management System (CMS) sichergestellt wird, ist daher von essenzieller Bedeutung für Krankenhäuser und Träger von Pflegeeinrichtungen. Nur so können organisations- und branchenspezifische Compliance-Risiken systematisch identifiziert und gesteuert werden. Zudem kann ein fehlendes CMS die persönliche Haftung der Geschäftsführung im Schadenfall bedeuten, wie ein aktuelles Urteil des OLG Nürnberg zeigt (Aktenzeichen 12 U 1520/19).

CMS gemäß IDW PS 980

Der Prüfungsstandard 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer legt die Grundsätze der ordnungsmäßigen Prüfung von CMS fest, bietet aber gleichzeitig auch einen Rahmen für die Ausgestaltung von Compliance Management Systemen. Die Elemente sind im Folgenden dargestellt:

Entscheidend ist hierbei, dass sowohl allgemeingültige Aspekte wie die Compliance-Kultur, -Organisation und -Kommunikation abgedeckt werden, gleichzeitig aber Besonderheiten des Gesundheitswesens bei den Compliance-Risiken und dem Compliance-Programm berücksichtigt werden können. So kann ein aufbau- und ablauforganisatorisches Gerüst definiert werden, mit dem typische Risikofelder wie etwa die Entgeltabrechnung, die Vermeidung von Korruption oder der Datenschutz systematisch analysiert und gesteuert werden können.

Voraussetzung für die Schaffung eines CMS ist das klare Bekenntnis der Geschäftsführung zu Transparenz, offener Kommunikation und Regeleinhaltung sowie die Schaffung von klaren Verantwortlichkeiten, sowohl in der Verwaltung als auch beim medizinischen Personal.

Praxishinweis

Sollte in Ihrem Haus noch kein ganzheitliches CMS implementiert sein, empfiehlt sich die Durchführung einer Bestandsanalyse, die offene Flanken aufzeigt und eine priorisierte Implementierung oder Weiterentwicklung ermöglicht. Wenn Sie bereits ein funktionsfähiges CMS in Betrieb haben, kann über eine Prüfung nach IDW PS 980 nachgedacht werden, um so Ihre Sicherheit durch eine externe Bestätigung zu erhöhen.

In beiden Fällen stehen Ihnen unsere Experten gerne für Fragen zur Verfügung.