JET H2 Energy, ein Joint Venture von Phillips 66 und H2 Energy Europe, hat sich zum Ziel gesetzt, das Netz von Wasserstofftankstellen in Deutschland, Österreich und Dänemark weiter auszubauen. Im Interview spricht Markus Wolf über das Geschäftsmodell und die Ziele des Unternehmens.
INHALTE

JET H2 Energy, das 2022 gegründete Joint Venture von Phillips 66 und H2 Energy Europe, hat sich zum Ziel gesetzt das Netz von Wasserstofftankstellen in Deutschland, Österreich und Dänemark weiter auszubauen. Bis zum Jahr 2026 will das Unternehmen, dessen deutscher Hauptsitz sich in Hamburg befindet, bis zu 250 H2-Tankstellen errichten. Wir haben mit Markus Wolf, CFO von JET H2 Energy, über das Geschäftsmodell und die Ziele des Unternehmens gesprochen. 

Wer sind eigentlich die Gesellschafter des Unternehmens?

Der Shareholder Phillips 66 Ltd. bringt die Expertise im kommerziellen Aufbau und Betrieb von über 1.600 JET-Tankstellen in Europa mit ein. Die H2 Energy Europe AG weist eine hohe technische Expertise im Bereich der Wasserstofftechnologien sowie die Erfahrungen mit dem Hochlauf des Ökosystems für grünen Wasserstoff in der Schweiz auf. Unsere Aufgabe ist es nun, das Beste aus diesen beiden Welten zusammenzubringen, um eine flächendeckende sowie vor allem zuverlässige und wirtschaftliche Wasserstoffbetankungsinfrastruktur aufzubauen!

Welches Geschäftsmodell verfolgt JET H2 Energy?

Im Fokus steht der Aufbau regionaler und überregionaler Wasserstoffökosysteme, um langfristig wirtschaftlich öffentliche Wasserstofftankstellen für den Straßenverkehr betreiben zu können. Hierzu bedarf es letztendlich nicht nur dem Aufbau von Wasserstofftankstellen an sich, sondern auch der proaktiven Gestaltung des Abnehmermarktes sowie langfristiger Kooperation mit Erzeugern grünen Wasserstoffs. Die Standorte für unsere Tankstellen wählen wir vor allem aufgrund Ihrer relevanten Lage in Logistikzentren und am TEN-T sowie an urbanen Knotenpunkten aus. Teil des Konzepts ist sowohl die Entwicklung neuer Standorte als auch die Erweiterung bestehender konventioneller Tankstellen von JET und weiteren Betreibern.

Welche Ziele verfolgt JET H2 Energy kurz- und mittelfristig?

Das Ziel der JET H2 Energy ist der Aufbau von 250 öffentlichen Wasserstofftankstellen für den Straßenverkehr in Deutschland, Dänemark und Österreich. Im Fokus steht für uns der Logistikverkehr mit leichten und schweren Nutzfahrzeugen. Die Versorgung von Pkw, Bussen sowie Kommunalfahrzeugen denken wir dabei aber immer mit! Das übergeordnete Ziel, ein flächendeckendes Infrastrukturnetz aufzubauen, ist dabei aktuell eher sekundär. Unser Konzept fokussiert sich vor allem auf die Etablierung von Clustern und Korridoren, um insbesondere dem Logistikverteilverkehr – für den es bereits heute Fahrzeuge am Markt gibt – ein zuverlässiges regionales Versorgungsnetz zur Verfügung zu stellen und Synergieeffekte beim Wasserstofftransport nutzen zu können.

Wie sehen Sie den Markt für Wasserstoff und Wasserstofftankstellen kurz- bis mittelfristig?

Dass Wasserstoff – insbesondere im LKW-Segment – kommt, steht für uns außer Frage. Uns geht es nun darum, die Grundlage dafür zu schaffen, dass der Hochlauf auch wirklich funktioniert. Deshalb gehen unsere Shareholder heute schon in Vorleistung! Damit wir unser Ziel erreichen können, bedarf es jedoch nicht nur finanzieller Unterstützung in Form von Förderprogrammen, sondern vor allem eines attraktiven regulativen Rahmens – nicht nur für uns als Infrastrukturbetreiber, sondern auch für Wasserstofferzeuger und Flottenbetreiber!

Was waren die Gründe für die Zusammenarbeit mit Grant Thornton?

Grant Thornton ist uns bekannt als fachkundiger Partner im Tankstellen- und Energieumfeld – also genau dem Umfeld, in dem wir uns bewegen. Wir schätzen vor allem die pragmatische Herangehensweise!

Vielen Dank für das Gespräch.