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Pillar 2: Globale Mindestbesteuerung für Unternehmen

Das internationale Steuersystem steht durch die Digitalisierung der Wirtschaft vor Herausforderungen. Während das geltende Steuerrecht von physischen Anknüpfungspunkten ausgeht, verschieben internationale Digitalkonzerne seit geraumer Zeit signifikante Gewinne in Niedrigsteuerländer.

Um dem entgegenzuwirken hat das Inclusive Framework on Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) ein Zwei-Säulen-Modell zur Vermeidung des internationalen Steuerwettbewerbs erarbeitet: Säule Eins („Pillar 1“) schlägt eine Neuzuordnung von Besteuerungsrechten zu Marktstaaten vor. Säule Zwei („Pillar 2“) sieht die Einführung einer effektiven Mindestbesteuerung für große multinationale Unternehmen vor. Am 8. Oktober 2021 haben sich die Mitgliedsstaaten des Inclusive Framework on BEPS mit breiter Zustimmung auf die Einführung einer globalen Mindeststeuer von 15% unter Pillar 2 geeinigt. Das internationale Steuersystem wird sich dadurch insbesondere für große, international tätige Unternehmen nachhaltig verändern.

Im Folgenden informieren wir Sie über aktuelle Entwicklungen, zeigen welche Unternehmen betroffen sind und unterstützen Sie bei der unternehmensindividuellen Analyse der steuerlichen Auswirkungen. Darauf aufbauend zeigen wir die erforderlichen Schritte hinsichtlich Compliance und technologischer Lösungen auf.

Aus unserem internationalen Netzwerk

Globale Implementierung von Pillar 2

Überblicksbeitrag (in Englisch) über die Fortschritte bei der Umsetzung von Pillar 2 in ausgewählten Volkswirtschaften.

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Mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Grant Thornton Netzwerk haben wir einen aktuellen Überblick zu Pillar 2 und den möglichen Auswirkungen auf Ihr Unternehmen und die verschiedenen Fragestellungen im internationalen Vergleich gegeben.

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International Tax Podcast

Aktuelle Ausgabe zum Thema: „Was kann die globale Mindeststeuer für Sie bedeuten?“ – mit Tipps zur Vorbereitung für Unternehmen.

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Pillar 2: Anwendungsbereich

Hintergrund

Am 8. Oktober 2021 haben sich die Mitgliedsstaaten des Inclusive Framework on Base Erosion and Profit Shifting (BEPS) auf die Einführung einer Mindestbesteuerung von 15% geeinigt. Die OECD hat bereits im Dezember 2021 entsprechende Modellregelungen sowie im März 2022 eine Kommentierung dieser Regelungen veröffentlicht. Die EU hat aufbauend auf den Modellregelungen der OECD einen Richtlinienentwurf Ende 2021 vorgestellt.

Die Einführung der Mindestbesteuerung ist grundsätzlich zum 1. Januar 2023 geplant, wobei derzeit konkrete Überlegungen auf EU und OECD Ebene vorliegen, die Regelungen erst zum 1. Januar 2024 in Kraft treten zu lassen. Vor dem Hintergrund der geplanten zeitnahen Einführung von Pillar 2 ist es entscheidend für Unternehmen zu analysieren, inwiefern sie von Pillar 2 betroffen sein werden.

Im Fokus: Multinationale Unternehmen

Anlehnung an die durch BEPS eingeführte länderbezogene Berichterstattung (Country-by-Country Reporting) fallen im Sinne der OECD und der EU-Richtlinie Unternehmensgruppen mit konsolidiertem Konzernumsatz von mindestens 750 Mio. Euro in zwei der vorangegangenen vier Jahre in den Anwendungsbereich der Regelungen. Abweichend von der OECD sieht die EU-Richtlinie auch den persönlichen Anwendungsbereich eröffnet, wenn die Unternehmensgruppe nur in einem Land statt in mindestens zwei Ländern ansässig ist.

Jedoch wird diese EU-Sonderregelung bei Unternehmen mit mehr als 750 Mio. Euro konsolidiertem Konzernumsatz voraussichtlich nur wenige Unternehmensgruppen betreffen und dient mehr der Sicherstellung von EU-Konformität hinsichtlich der Gleichbehandlung von In- und Auslandssachverhalten.

Welche Unternehmen sind ausgenommen?

Ausgenommen von der Anwendung der Mindestbesteuerung sind u.a. staatliche Rechtsträger, internationale Organisationen sowie Investmentgesellschaften und Immobilieninvestmentvehikel, die die oberste Muttergesellschaft der Gruppe sind.

Allerdings gilt es hier neben der persönlichen Berechtigung zur Anwendung dieser Ausnahmeregelung auch die Auswirkungen und eventuell dennoch bestehenden Erklärungspflichten für die übrigen Konzerngesellschaften zu überprüfen.

Übergangsregelungen

Für Unternehmensgruppen, die in maximal sechs Staaten über Geschäftseinheiten verfügen und den Schwellenwert von 50 Mio. Euro hinsichtlich der Summe der Nettobuchwerte der materiellen Vermögenswerte nicht überschreiten, bestehen Übergangsregelungen hinsichtlich der Zahlung der Ergänzungssteuer. Dennoch bestehen für diese Gesellschaften Erklärungspflichten.

Ausblick

Aufgrund der sehr hohen Komplexität und dem knappen Zeitraum bis zur Anwendbarkeit der Regelungen gilt es für Unternehmen zeitnah Sicherheit bezüglich ihres persönlichen Anwendungsbereichs zu erlangen, um mögliche weitere Schritte analysieren und einleiten zu können. Zudem wird abzuwarten sein, ob die Einführung der Regelungen tatsächlich auf den 1. Januar 2024 verschoben wird.

Neue Weltsteuerordnung - Wir haben die Antworten für den Mittelstand! 

9. Praxis-Dialog Internationales Steuerrecht am 30.11.22 

Im Mittelpunkt des Praxis-Dialogs steht dieses Jahr das Thema Pillar 2 und die damit verbundenen Herausforderungen. 

Der Praxis-Dialog Internationales Steuerrecht ist auch in diesem Jahr Ihr exklusives Forum für den Austausch unter Steuerpraktikern. Wir bringen Sie in bewährter Manier auf den aktuellen Stand und zeigen umsetzbare Lösungen für die Unternehmenspraxis auf!

Die Veranstaltung findet F.A.Z. Atrium Berlin und online statt. 

Ihre Ansprechpartnerin

Christina Busch ist Tax-Partnerin am Standort Düsseldorf und leitet den Bereich Internationales Steuerrecht. Sie verfügt über 17 Jahre Erfahrung in der steuerlichen Beratung nationaler und international tätiger Mandate.

Christina Busch

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